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 Pianonews 1 / 2010 Musik aus der inneren Stimme
David Fray
Von: Carsten Dürer
Er wirkt nicht wirklich scheu, aber so richtig viel Spaß scheinen ihm momentan Interviews nicht zu machen. Der 29-jährige Franzose David Fray hat in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Karrieresprung gemacht, zu dem ihm auch seine mittlerweile drei bei Virgin Classics produzierten CDs verhalfen. Doch welch eine Art von Pianist ist dieser David Fray eigentlich, der in seinem Manierismus eine ganz eigene Art von Interpretationsdenken zu entwickeln scheint, der aufmerksam seinem Gegenüber in die Augen schaut, aufmerksam, aber auch immer lauernd wie eine Raubkatze, wenn ihm etwas nicht gefällt. Denn – so hat man das Gefühl – wenn er schon über sich und seine Ansichten reden muss, dann will er seinen Standpunkt so deutlich machen, dass es keine Fragen mehr gibt...
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 Pianonews 6 / 2009 Musikalischer Langstreckenläufer
Till Fellner
Von: Anja Renczikowski
Vor einigen Jahren wurde Till Fellner einmal gefragt, was er zurzeit lese. Italo Calvinos Essayband „Gesammelter Sand“, so ließ er damals wissen und fügte hinzu: „Was mich an diesem Buch beeindruckt, ist zunächst die Genauigkeit der Beobachtung, der staunende Blick gerade auf die unscheinbaren Dinge. Dann die Eleganz und Originalität des Denkens, das subtile Umkreisen der Gegenstände, ohne den Anspruch, sie ein für allemal erklären zu wollen.“ Heute antwortet er auf die Frage, inwieweit ihn auch außermusikalische Dinge beeinflussen, zurückhaltend: „Es ist immer schwierig, einen direkten Einfluss festzumachen, aber für mich gehört das Lesen dazu und ich kann mir nicht vorstellen, ohne das zu sein. Wahrscheinlich wird es auch in irgendeiner Weise mein Spiel beeinflussen.“ Liest man Fellners Beschreibungen über Calvinos Buch, lassen sich durchaus Parallelen ziehen. Auch er – so scheint es – liebt die beobachtende, akribische, abwägende und vorsichtige Herangehensweise...
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 Pianonews 5 / 2009 Inspiration durch fremde Klangwelten
Cédric Pescia
Von: Isabel Herzfeld
Seine Eltern hatten mit Musik überhaupt nichts zu tun, und das war vielleicht auch gut so, findet der Schweizer Pianist Cédric Pescia. Zumindest könnte es daran gelegen haben, dass er seine Begabung spielerisch entwickeln konnte, ohne falschen Ehrgeiz und Druck. Wann und wo er als Kind zum ersten Mal ein Klavier hörte, daran kann sich der heute 33-Jährige gar nicht mehr so genau erinnern, in der Schule vielleicht – jedenfalls war damit eine Faszination fürs Leben geboren. Richtig ernst wurde es aber erst in der Teenager-Zeit. In aller Stille ist so einer der interessantesten Pianisten der jungen Generation herangereift, unschlagbar seriös allein schon dadurch, dass er seine glänzende Technik völlig unspektakulär und natürlich im Dienst der Werksubstanz wirken lässt. Zurzeit erobert er die großen Konzertsäle der Welt, die Berliner Philharmonie, die Carnegie Hall, die Wigmore Hall London.
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 Pianonews 4 / 2009 „Manchmal verschreckt mich die Energie des Publikums.“
Piotr Anderszewski
Von: Carsten Dürer
Er ist einer der stilleren Vertreter von Pianisten, die vollkommen unabhängig und mit dem Blick auf ihre eigene Darstellungsweise von Musik ihren Weg gehen. Der 30-jährige Piotr Anderszewski ist anders in vielerlei Hinsicht, in seiner Art der Darstellung von Werken, in seiner Art zu denken, in Bezug auf seinen Karriereweg, den er aufgrund seiner Überzeugungen gegangen ist. Doch er ist vor allem auch eines: ein Künstler mit einer immensen Kraftentfaltung auf der Bühne, die sich nicht in großer Lautstärke widerspiegelt, sondern in seiner Intensität, den Werken das zu entlocken, was man bislang noch nie gehört hat. Als wir ein Konzert in der Kölner Philharmonie mit ihm besuchen, animiert er das Publikum durch sein Spiel zu einer Stille, wie man sie nur selten in solch einem großen Saal erlebt. Am kommenden Morgen treffen wir auf einen Frühaufsteher ...
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 Pianonews 3 / 2009 Eine bereits reife Persönlichkeit
Sa Chen
Von: Carsten Dürer
Die Pianistin Sa Chen wurde 1980 in Chongqin geboren, einer riesigen Stadt in Zentral-China mit mehr als 30 Millionen Einwohnern. Nach ersten Ausbildungsjahren am renommierten Sichuan Conservatory und dann der Shenzhen School of Arts ging die heute 29-jährige Pianistin nach London, um kurz darauf an die Musikhochschule in Hannover zu wechseln, wo sie ihre Studien abschloss. Vor kurzem präsentierte sie als neue Exklusiv-Künstlerin des niederländischen Labels PentaTone ihre erste CD mit den Klavierkonzerten von Frédéric Chopin, die ihren Namen erstmals in aller Welt bekannt werden ließ. Nun ging sie erneut ins Studio, um ihre zweite CD einzuspielen, Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ und die Klaviertranskription der sinfonischen Dichtung „Eine Nacht auf dem kahlen Berg“ von C. Tchernov sowie einige von Sergej Rachmaninows „Études tableaux“. Wir fuhren in die Niederlande, um die junge Pianistin bei den Aufnahmen zu beobachten und mit ihr zu sprechen..
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