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 Pianonews 2 / 2010 Scheuer Klaviertitan
Josef Lhévinne (1874–1944)
Von: Robert Nemecek
Nur ein Jahr nach Harold Bauer und Sergej Rachmaninow geboren, gehört Josef Lhévinne in die Reihe jener Tastenlöwen der Vergangenheit, die für uns heute die goldene Ära des Klavierspiels repräsentieren. Lhévinne spielte als Siebzehnjähriger Beethovens 5. Klavierkonzert unter Anton Rubinstein und konnte sich um die Jahrhundertwende als einer der weltweit führenden Pianisten etablieren. Ende des 19. Jahrhunderts tat er sich mit seiner Frau Rosina zu einem Klavierduo zusammen, das zum Urbild aller folgenden professionellen Klavierduos in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde. Als Professor für Klavier an der 1922 gegründeten Juilliard School wurde er schließlich zu einer Schlüsselfigur der amerikanischen Klavierschule. Wir erinnern an diesen großen Pianisten, der nie die Popularität eines Ignacy Jan Paderewsky oder Josef Hofman erreichte und dessen Spiel nur durch einige wenige, jedoch bis heute unübertroffene Aufnahmen dokumentiert ist...
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 Pianonews 1 / 2010 Musik aus der inneren Stimme
David Fray
Von: Carsten Dürer
Er wirkt nicht wirklich scheu, aber so richtig viel Spaß scheinen ihm momentan Interviews nicht zu machen. Der 29-jährige Franzose David Fray hat in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Karrieresprung gemacht, zu dem ihm auch seine mittlerweile drei bei Virgin Classics produzierten CDs verhalfen. Doch welch eine Art von Pianist ist dieser David Fray eigentlich, der in seinem Manierismus eine ganz eigene Art von Interpretationsdenken zu entwickeln scheint, der aufmerksam seinem Gegenüber in die Augen schaut, aufmerksam, aber auch immer lauernd wie eine Raubkatze, wenn ihm etwas nicht gefällt. Denn – so hat man das Gefühl – wenn er schon über sich und seine Ansichten reden muss, dann will er seinen Standpunkt so deutlich machen, dass es keine Fragen mehr gibt...
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 Pianonews 6 / 2009 Musikalischer Langstreckenläufer
Till Fellner
Von: Anja Renczikowski
Vor einigen Jahren wurde Till Fellner einmal gefragt, was er zurzeit lese. Italo Calvinos Essayband „Gesammelter Sand“, so ließ er damals wissen und fügte hinzu: „Was mich an diesem Buch beeindruckt, ist zunächst die Genauigkeit der Beobachtung, der staunende Blick gerade auf die unscheinbaren Dinge. Dann die Eleganz und Originalität des Denkens, das subtile Umkreisen der Gegenstände, ohne den Anspruch, sie ein für allemal erklären zu wollen.“ Heute antwortet er auf die Frage, inwieweit ihn auch außermusikalische Dinge beeinflussen, zurückhaltend: „Es ist immer schwierig, einen direkten Einfluss festzumachen, aber für mich gehört das Lesen dazu und ich kann mir nicht vorstellen, ohne das zu sein. Wahrscheinlich wird es auch in irgendeiner Weise mein Spiel beeinflussen.“ Liest man Fellners Beschreibungen über Calvinos Buch, lassen sich durchaus Parallelen ziehen. Auch er – so scheint es – liebt die beobachtende, akribische, abwägende und vorsichtige Herangehensweise...
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 Pianonews 5 / 2009 Inspiration durch fremde Klangwelten
Cédric Pescia
Von: Isabel Herzfeld
Seine Eltern hatten mit Musik überhaupt nichts zu tun, und das war vielleicht auch gut so, findet der Schweizer Pianist Cédric Pescia. Zumindest könnte es daran gelegen haben, dass er seine Begabung spielerisch entwickeln konnte, ohne falschen Ehrgeiz und Druck. Wann und wo er als Kind zum ersten Mal ein Klavier hörte, daran kann sich der heute 33-Jährige gar nicht mehr so genau erinnern, in der Schule vielleicht – jedenfalls war damit eine Faszination fürs Leben geboren. Richtig ernst wurde es aber erst in der Teenager-Zeit. In aller Stille ist so einer der interessantesten Pianisten der jungen Generation herangereift, unschlagbar seriös allein schon dadurch, dass er seine glänzende Technik völlig unspektakulär und natürlich im Dienst der Werksubstanz wirken lässt. Zurzeit erobert er die großen Konzertsäle der Welt, die Berliner Philharmonie, die Carnegie Hall, die Wigmore Hall London.
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