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Freiheitsgefühl durchs Klavierspiel

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

natürlich haben wir es in einer Welt voller Perfektionismus und mit viel technischer Sicht auf jeden und alles mit Produkten und Aufführungen in der ´Klaviermusikwelt zu tun, die einen einschüchtern können. Aber ist es nicht so, dass diese Einschüchterung vor dem immensen Können von Pianisten auf den Bühnen und auf Aufnahmen immer schon wirkte, seit wir die Möglichkeit von reproduzierenden Medien haben, seit es das Radio, das Grammophon, die Schallplatte, die CD, das Internet gibt? Wie war es denn zuvor? Denn auch vor der Wiedergabe von Klaviermusik mittels einem Medium waren es großartige Künstler, die die Bühnen der Welt bespielten (und vielleicht waren diese sogar aufgrund ihrer Musikalität und Technik weitaus einschüchternder als die heutigen Pianisten. Und dennoch hat man sich davon nicht abschrecken lassen, sondern hat in den heimischen vier Wänden selbst das Klavier bespielt.

Warum hat sich das geändert? Nun, zum einen war es damals einfach die Möglichkeit mit moderner Musik zu beschäftigen. Wenn keiner spielte, blieb das Haus stumm. Heute aber dagegen ist es einfach, sich beständig von den besten Aufnahmen davon überzeugen zu lassen, dass man selbst vielleicht nicht annährend so gut spielt oder jemals spielen wird.

Doch was kaum einer dabei bedenkt: Dass es darum nicht geht. Es geht um das Freiheitsgefühl, das einem das Klavierspiel vermittelt, das Gefühl, sich selbst auszudrücken, seine innersten Gedanken zu versuchen auf die Klaviatur zu übertragen. Und wenn man dann mit dem Ergebnis nicht so zufrieden ist – wen stört es schon. Diese Momente der Freiheit, die man beim Klavierspiel genießen kann, wenn man sich nicht unter Druck setzt, so und so spielen zu müssen, sind es wert, sich jeden Tag wenn auch nur für ein paar Minuten (es werden ohnehin mehr, wenn man sich erst einmal darauf einlässt) sich auf das Spiel auf dem Klavier einzulassen. Dieses Freiheitsgefühl kann einem den Tag versüßen, denn plötzlich fällt jeglicher Stress und jeglicher Druck von einem ab.

Daher wäre es unsinnig, sich von der Qualität der zahllosen Einspielungen, der vielen Auftritte von Pianisten, die das Klavierspiel nun einmal zu ihrem Beruf gemacht haben, einschüchtern und abhalten zu lassen.

Das Klavierspiel gibt einem ein Stück Freiheit. Probieren Sie es einmal.

Die Welt der europäischen Klavierhersteller

Liebe Klavierliebhaberinnen und -liebhaber,

wer sich bereits häufiger oder seit längerem mit der Welt der europäischen Klavierfertigung beschäftigt hat, kann im ersten Moment bestürzt auf die Zeiten zurückblicken, als es in Europa fast in jedem Land noch eigene Fertigungen und Marken gab. Da gab es vor noch einigen Jahrzehnten fast in jedem skandinavischen Land und im Bereich der Benelux-Staaten eigene Fertigungsstätten. Frankreich war eines der wichtigen Herstellerländer, ebenso wie Polen.

Selbst in Russland fertigten große Unternehmen riesige Stückzahlen an Instrumenten. Die japanischen Hersteller kamen erst in den 1960er Jahren wirklich auf den europäischen Markt. Etliche Jahre danach dann die koreanischen Produzenten.wer sich bereits häufiger oder seit längerem mit der Welt der europäischen Klavierfertigung beschäftigt hat, kann im ersten Moment bestürzt auf die Zeiten zurückblicken, als es in Europa fast in jedem Land noch eigene Fertigungen und Marken gab. Da gab es vor noch einigen Jahrzehnten fast in jedem skandinavischen Land und im Bereich der Benelux-Staaten eigene Fertigungsstätten. Frankreich war eines der wichtigen Herstellerländer, ebenso wie Polen. Selbst in Russland fertigten große Unternehmen riesige Stückzahlen an Instrumenten. Die japanischen Hersteller kamen erst in den 1960er Jahren wirklich auf den europäischen Markt.

Etliche Jahre danach dann die koreanischen Produzenten.Heute sind es nur mehr wenige Hersteller, die selbstständig Instrumente fertigen, in Europa sind sie an zwei Händen abzuzählen. Was ist passiert? Nun, es gibt mehrere Gründe. Zum einen kamen die Elektronik und dann die Digital-Technik auf, und heute werden zigfach so viele Digital-Pianos verkauft wie akustische Tasteninstrumente. Zudem ist der Markt mit gebrauchten Instrumenten übersät, die die Bedürfnisse der Kunden für neue Instrumente obsolet werden lassen. Daneben hatten einige Hersteller in Europa gehofft, dass es geschäftlich immer so weitergeht wie man es aus den 1960er und 1970er Jahren gewohnt war. Viele hatten ihre Produktion (und damit die Fertigungszahlen) erweitert und stellten sich – trotz recht bescheidener Größe – dem globalen Wettbewerb. Dabei haben viele Hersteller sich finanziell übernommen und wurden zu Übernahmekandidaten asiatischer Unternehmen. Heute ist China das größte Produzentenland auch für akustische Tasteninstrumente. Und aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in China und den noch recht jungen Firmen, die dort bauen, hat man so viele Instrumente im Inland verkaufen können, dass die Unternehmen riesige Gewinne machten. Daher waren die angeschlagenen Klavierhersteller in Europa – wenn sie nicht schon gänzlich ihre Produktion aufgeben mussten – Übernahmekandidaten gerade chinesischer Herstellerfirmen.

Doch entgegen den Gerüchten scheinen genau diese Übernahmen letztendlich die Vielfalt der europäischen Hersteller und die Markenqualität zu bewahren. Denn bislang wurden die von asiatischen Firmen übernommenen Hersteller weder geschlossen, noch wurden sie gezwungen nur mehr asiatische Produkte zu vertreiben. Was dies bedeutet: Die Übernahmen stellen eine Gnade dar, denn ansonsten wäre der Klaviermarkt in Europa mittlerweile deutlich ärmer an Produkten und Herstellern. Die asiatischen Unternehmen sind interessiert daran, ihren Status im eigenen Land aufgrund des Besitzes eines hochwertigen Herstellers in Europa zu stärken. Und so wird es vielleicht in Zukunft noch weitere Unternehmen geben, die irgendwann den Besitzer wechseln. Und damit wird die Qualität – wenn es sich so verhält wie bisher – der europäischen Klavierproduktion bewahrt bleiben.

CDs gegen Internet?

Liebe Klavierenthusiastinnen und -enthusiasten,

mittlerweile haben es auch die Liebhaber von klassischer Musik mitbekommen: Es gibt und unzählige Angebote von Streamingdiensten, mittlerweile auch solche, die sich auf die klassische Musik gestürzt haben. Was Streamen bedeutet? Nun, man geht auf eine Internet-Site – mit seinem Computer, Smart-Phone oder einem Tablet. Dort hat man dann gegen eine Gebühr eine riesige Auswahl an Titeln klassischer Werke, besonders vieler Klaviermusik vor sich, die man sofort anhören kann.

Oftmals hat man nicht allzu viel Hintergrundinformationen, was diese gerade zu hörende Aufnahme betrifft, oftmals fast gar keine. Dennoch, alle großen alten Namen der Klavierheroen wird man sofort finden. Warum also noch CDs kaufen. Denn diese CDs sind nach etlichen Jahren der beständigen Erweiterung der eigenen Sammlung irgendwann auch einmal eine Last, denn sie nehmen Platz weg, müssen immer sortiert bleiben. Also warum überhaupt noch CDs? Zum einen ist da natürlich die Anbindung des CD-Spielers an die heimische und gewohnte HIFI-Anlage zu nennen. Denn die meisten haben genau da ein Defizit, da sie die modernen Smartphones und Tablet noch nicht für den Klang in ihre Anlage integriert haben.

Zum anderen ist da natürlich das Booklet, das immer noch (je nach Label) vielfache Informationen liefert. Man muss sich entscheiden, was mehr wiegt: Die Last zu viele CDs im eigenen Haus zu haben, die Last immer wieder neue kaufen zu wollen, wenn neue Einspielungen auf den Markt kommen, oder aber, dass man alle Titel (mittlerweile auch in großartiger CD-Qualität) immer zur Verfügung hat, direkt vergleichen kann und immer durch die Neuheiten auf dem Laufenden gehalten wird. Noch hat die CD in der Beliebtheit deutlich die Nase vorne. Denn letztendlich hat das Hären klassischer Musik auch immer etwas mit dem haptischen Erleben zu tun, und das hat man nur bei der CD.

Es ist gut, dass auch die Streamingdienste erkannt haben, dass man schon ein wenig mehr anbieten muss, als nur die Titel auf eine Internet-Plattform zu stellen: Die meisten versuchen daher mittlerweile Hintergrundinformationen anzubieten, die dann wiederum nicht in ein CD-Booklet passen würden …

Auf was will man spielen und wie soll es klingen?

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

oftmals gibt es Klavierkunden, die mit einer ganz bestimmten Vorstellung in den Klavierfachhandel kommen. Anscheinend wissen Sie eigentlich genau, wonach sie suchen: Entweder nach einer bestimmten Preisklasse, einer bestimmten Optik an Instrument, oder auch nach einem bestimmten Klang, den sie irgendwo schon einmal gehört haben. Wie kann man diesen Kunden nun das persönlich beste Angebot unterbreiten, wenn man eine große Auswahl an Instrumenten in seinem Geschäft stehen hat? Soll es unbedingt ein neues Instrument sein, soll es ein gutes gebrauchtes oder vielleicht doch ein vollkommen überholtes altes Instrument sein?

Oftmals scheinen die Käufer, die sich in ein Geschäft begeben, nicht immer genau zu wissen, wie sie dem Gegenüber vermitteln sollen, nach was genau sie suchen. Dabei hat man bereits zahllose CDs mit Klaviermusik gehört, war in Konzerten und bei Freunden, die ein Instrument besitzen, hat sich so seine Gedanken gemacht. Viele Klavierenthusiasten haben auch schon an unterschiedlichen Instrumenten gesessen und sich das eine oder das andere mehr oder weniger stark als eigenes gewünscht, haben sich geärgert, da bestimmte Läufe auf einem bestimmten Instrument schwierig sind, oder die Tonwiederholungen hapern. Das Problem: Wie erkläre ich meine Vorlieben dem netten Klavierfachhändler? Nun, man sollte sich selbst Gedanken machen, wie man seine Wünsche ausdrücken könnte. Mit „leichter Spielart“ ist wenig gesagt, ebenso mit „romantisch, warmem Klang“. Denn letztendlich hat mit diesen leider nicht feststehenden Beschreibungen jeder etwas anderes im Kopf, jeder seine eigene Auffassung. Was also tun? Nun, man sollte sich an einige Instrumente im Geschäft setzen und genau beschreiben, was man nicht mag und was man an diesem bestimmten Instrument besonders mag. Nach und nach wird man sich dann genau dem Instrument annähern, das man wirklich für sich selbst als am besten empfindet. Das gilt bei neuen ebenso wie bei gebrauchten Instrumenten. Und selbst wenn sie noch nicht wirklich spielen können, sondern ein Anfänger sind, dann können Sie sich zwar beim Spiel einer anderen Person von dem Klang des Instruments aus einiger Distanz überzeugen, aber Sie selbst müssen die Tasten wenigstens anschlagen, schnell nacheinander, langsam und im Pianissimo wie im Forte. Denn nur dann können Sie selbst beurteilen, ob Sie ein Instrument wirklich mögen. Das bedeutet: Auch als Anfänger kann man durchaus seine Vorlieben erkennen. Und wenn man eine beratende Person mitnimmt zum Händler, sollten Sie stark genug sein, Ihre Meinung zu vertretenen und sich letztendlich nur wenig beeinflussen lassen. Seien Sie mutig!

Preise für Künstler

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

es gibt sie zuhauf: Preise für Künstler, viele von ihnen werden auch an Pianisten vergeben. Doch sind die Pianisten wirklich dankbar für die Preise, wissen sie wie viel Arbeit manches Mal hinter diesen Preisen steckt?

Vor kurzen ging eine Welle der Entrüstung durch die Welt der Preisträger: Der ECHO wurde an ein Rapper-Duo verliehen, das Texte von unfassbarer Dummheit und jegliche Art von religiös-gesellschaftlich-ethischer Verantwortung für die Welt verfasst. Das ist nicht akzeptierbar! Aber wenn danach Preisträger des ECHO Klassik ihre Preise entrüstet zurückgeben, dann schreit dies von jeglicher Ignoranz den Verantwortlichen gegenüber. Denn während der ECHO ein statistischer Preis nach Verkaufszahlen ist, der nur noch abgenickt wird, steht hinter dem ECHO Klassik eine 11-köpfige Jury, die sich viel Mühe gibt, Hunderte von CDs hört, diskutiert, bevor man einen Preis vergibt. Dass aber gerade die klassischen Künstler – auch Pianisten – nun den ECHO Klassik durch die Rückgabe dieser mit viel Aufwand vergebenen Preise auf eine Art diffamieren, zeugt von übersteigerter Egozentrik und von Ignoranz, wenn behauptet wird, dass man nicht wisse, wie diese Preise vergeben würde.

Eigenwilligerweise hat jeder diesen Preis erst einmal gerne entgegengenommen. Aber er informiert sich anscheinend nicht, wer in der Jury sitzt, obwohl die Kriterien ebenso wie die Juroren offen im Internet einsehbar sind (http://www.echoklassik.de/klassik-hintergrund/). Mit dieser Kritik trifft man nicht die Käufer, die dafür sorgen, dass eine verstörende Musik wie von dem besagten Rapper-Duo hunderttausendfach gekauft wird, sondern sie trifft die Welt der Klassik selbst.

Auch bei anderen Preisen scheint niemand wirklich zu fragen, wie sie zustande kommen, wer sie warum und wie vergibt, solange man sie nur erhält. Denn auch andere Preise für klassische Musik werden in der Regel mit Auswahlverfahren und durch Juroren vergeben. Allerdings ist es eher selten, dass die Jury sich tatsächlich persönlich trifft wie dies beim ECHO Klassik der Fall ist.

Es bleibt fraglich, ob man überhaupt noch Schallplattenpreise oder Auszeichnung an Künstler vergeben sollte, denn letztendlich scheint es so, dass sie es beim kleinsten Anlass nicht zu schätzen verstehen … oder sind diese Preise dann doch eher für das Publikum wichtig, um sich zu orientieren?

Was spielt man?

Liebe Klavierenthusiasten und -liebhaber,

stellen Sie sich auch manches Mal die Frage, warum immer und immer wieder dieselben Werke in den Klavier-Solo-Konzerten erklingen, warum Klavierlehrer oftmals über Jahre hinweg immer nach denselben Noten, ja warum selbst Professoren immer wieder dieselben Werke unterrichten? Es steht sicherlich außer Frage, dass es großartige Meisterwerke der Klavierliteratur gibt, die man einfach spielen möchte. Nicht zuletzt, da sie zeitlos faszinierend sind, für den Spieler wie für den Zuhörer. Und das Gute ist: es gibt derlei Werke für jeden Schwierigkeitsgrad. Natürlich gibt es auch zahllose vereinfachende Versionen von großen und schwierigen Werken, bei denen man sich aber beim Ausprobieren manchmal fragt, ob es sich wirklich um das Werk handelt, das angeblich die Grundlage bildet. Aber warum spielt kaum einer Werke von heute? Warum immer und immer wieder dieselben Werke, dieselben Zyklen? Wäre es nicht gut, dass man sich auch einmal daran erinnert, dass wir heute wunderbare, lebende Komponisten haben, die gute Werke schreiben?

Natürlich werden auch diese Werke gespielt, aber vielfach auf der Neuen Musik gewidmeten Festivals, die es gibt, die aber kaum reine Klavierfreunde besuchen. Und bei der eigenen Auswahl? Wenn man dem Klavierlehrer Werke vorlegt, die er nicht kennt, bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten: entweder er beschäftigt sich mit diesem Werk, dem Komponisten, oder er lehnt es ab und schlägt ein anderes vor. Kein Wunder, stehen doch die meisten Klavierlehrer, die vom Unterrichten leben müssen, zeitlich recht stark unter Druck. Können sie sich also beständig mit neuer Literatur auseinandersetzen, wenn diese nicht zu den Unterrichtswerken der unteren Schwierigkeitsgrade handelt, sondern schon etwas Vorbereitung verlangt? Ja, sie könnten es, aber sie wollen natürlich auch ein leichteres Leben haben – ebenso wie die Professoren, die sich oftmals einfach immer wieder dieselben Werke auf den Plan rufen, die sie kennen, und bei denen sie sich keine langwierigen Gedanken machen müssen, wie denn nun diese anderen Werke vielleicht wirklich gut interpretiert werden sollten.

Es soll hier keiner verurteilt werden, da ja auch die Schüler oder Studenten selbstredend immer wieder Standardwerke spielen wollen. Aber irgendwann muss es ein Umdenken geben, denn ansonsten werden immer weitere Generationen zu Verwaltern ausschließlich der Vergangenheit, des längst Gewesenen in der Musik. Dass dies nicht über Hunderte von Jahren funktionieren wird, versteht wohl jeder. Dass kommende Generationen irgendwann einmal Fragen stellen werden, warum man nicht die Werke aus der Zeit des beginnenden 21. Jahrhunderts gespielt hat. Und wer weiß, vielleicht fangen Sie selbst ja einfach einmal damit an: Etwas anderes zu hören, etwas anderes zu spielen, Menschen zu animieren, etwas zu programmieren, was nicht zum Alltagsgeschehen gehört. Nur dann wird sich etwas ändern.

Das Internet und die Welt des Klaviers

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

wenn man sich heutzutage mit einem Thema intensiv beschäftigen oder sich auf dem Laufenden halten will, dann ist das Internet nicht mehr wegzudenken aus dem täglichen Leben. Die schnelle Informationsmöglichkeit ist zu verlockend, als dass man darauf verzichten wollte. Allerdings muss man sich genauer informieren, sich in seinem Denken kritisch damit auseinandersetzen, welche Informationen man da erhält. Zum einen gibt es Seiten, die sich mit den Instrumenten auseinandersetzen. Doch schon dort gibt es natürlich deutliche Einschränkungen, da natürlich jeder weiß, dass niemand auf dem Bildschirm lange Beschreibungen der Entstehung der Instrumente oder anderer Spezialbereiche liest. Also wird alles auf das Wesentliche herunter gebrochen.

Doch weitaus schlimmer sind viele der Blogs und der Plattformen, die sich „journalistisch“ nennen. Dort wird diskutiert und beschrieben, wird gemutmaßt und verlautbart, was das Zeug hält. Aber was steckt dahinter, wie viel weiß der Schreiber wirklich über die Materie, kann eine Aufnahme, einen Pianisten oder aber eine Interpretation eines bekannten Werks wirklich beurteilen? Oftmals verstecken sich Autoren der Einträge hinter Pseudonymen, so dass niemand über den Wissenshintergrund der Schreiber etwas erfährt. Und dennoch schwingen sich viele dieser auf, alles zu wissen. Das ist eigentlich schon kritisch an sich. Denn wenn es um die Beurteilung (Kritiken) geht, dann kann natürlich jeder seine Meinung haben. Aber im gehobenen Journalismus erwartet man eigentlich Hintergrundwissen der Autoren, will sich auf sie verlassen können. Das findet man im Internet kaum. Die Plattformen, die frei verfügbar Kritiken als Journalismus verkaufen, lassen sich oftmals von den Labels dafür bezahlen, dass sie Kritiken veröffentlichen. Kann da noch objektive Kritik überhaupt stattfinden? Es gibt Seiten, die hilfreich sind, die von Enthusiasten betrieben werden, die einfach nur eine Sammlung von Wissen vermitteln wollen, das hat oftmals Hand und Fuß, kann einem vieles, was man nicht wusste – ähnlich in einem Buch – umfassend lesen, recherchieren, sich vermitteln lassen. Doch dafür gibt es zu viele Seiten. Allein Wikipedia, die Lexikon-Plattform, bietet zwar Vieles zur schnellen Information, aber oftmals sind dort viele Fehler versteckt, oder es sind kaum tiefergehende Informationen zu finden.

Das bedeutet nicht, dass alle Internet-Sites, die sich mit dem Thema Klavier beschäftigen, unsinnig sind, ganz im Gegenteil.

Aber tiefergehende Informationen – und meist besser recherchierte – erhält man dann meist doch aus gedruckten Werken, aus Magazinen, Tageszeitungen und Büchern … allein schon, da dort meist ein Lektorat stattfindet, Angaben überprüft werden, man sich mehr Zeit für die Erarbeitung von Inhalten nimmt. Allein diese Tatsache macht diese Medien zu besseren, da tiefer recherchierten und meist von Menschen mit Kenntnis entschiedenen Informationsquellen. Die Veröffentlichungen im Internet sind einfach geworden, sie helfen bei einer schnellen Information, aber sie schützen immer weniger davor, dass auch Dinge falsch und vordergründig, bewusst verletzend und ohne ethischen Anspruch verbreitet werden. Genau dies muss man sich bei der Nutzung von Internet-Sites bewusstmachen und die auswählen, deren Inhalte wirklich mit Hintergrund recherchiert sind und einen ethischen Anspruch haben.

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