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Liebe Leser,
unser Chefredakteur Carsten Dürer ist immer wieder unterwegs in Sachen Klavier und Pianisten. Auf seinen Reisen schreibt er hier immer wieder seine Gedanken nieder und berichtet von seinen Erlebnissen aktuell. Dabei können Sie auch direkt per Mail mit ihm in Kontakt treten und so einen aktuellen Austausch herbeiführen.

Reise- und Ankunftsfreuden

Vor einiger Zeit schon war klar, dass ich zum Honens-Wettbewerb ins kanadische Calgary eingeladen bin. Ebenso hatte man mir Monate zuvor schon einen Flug gebucht. Als ich in meiner Heimatstadt Düsseldorf am Flughafen einzuchecken versuche, höre ich dass der erste Flug nach London gestrichen wurde. Wie ist das möglich? Nun, derjenige, der den Flug bucht, wird per E-Mail über solche Änderungen informiert. Allerdings muss derjenige auch den informieren, der fliegen soll. Dies war in diesem Fall nicht geschehen. Weiterlesen… »

Korrektur zu Seiler-Aussage

Liebe Leserinnen und Leser,

wer die Ausgabe 4-2012 von PIANONews schon auf seinem Tisch hat, wollen wir über eine wichtige Korrektur auf Seite 11 des Magazins aufmerksam machen:
Entgegen unserer Aussage, dass die Marken “Eduard Seiler” und “Johannes Seiler” im koreanischen Werk des Unternehmens gebaut werden, wird dort nur Johannes Seiler gebaut und in Kitzingen überarbeitet. Die Marke “Eduard Seiler” wird komplett in Kitzingen gebaut, allerdings mit einer aus Korea von Samick gelieferten Mechanik versehen.

Wir bitte, diesen Fehler zu entschuldigen.
Beste Grüße von

Carsten Dürer

Schumann-Wettbewerb 2012 Zwickau: Das Ende

Liebe Klavierfreunde,

es ist vorbei, wieder ist ein Wettbewerb rum, wieder gab es viele enttäuschte Gesichter, aber auch einige glückliche. Letztendlich waren ja fünf Kandidaten in die Finalrunde geschickt worden, von denen alle das Klavierkonzert a-Moll ausgewählt hatten. Das waren der Italiener Luca Buratto (21 Jahre), Uikyung Jung (Korean, 23 Jahre), Aljosa Jurinic aus Kroatien (22 Jahre), Florian Noack aus Belgien (22 Jahre) und der Russe Andrey Telkov (20 Jahre). Alle spielten schlechter, als noch in den Vorrunden, aber das war klar, da wohl alle noch wenig oder gar keine Erfahrung mit diesem Konzert und dem Spiel mit einem Orchester hatten. Weiterlesen… »

Schumann-Wettbewerb 2012 Zwickau (4)

Die zweite Runde ist überstanden, zumindest für die Juroren. Allein von 21 Pianisten sind ins Finale vorgelassen worden. Das ist eine harte Auswahl, aber immerhin eine ehrliche. Eine Zwischenrunde wäre vielleicht angebracht, um nicht so viele junge und durchweg talentierte Pianistinnen und Pianisten zu frustrieren. Sie stecken harte arbeit in die Vorbereitung und können nun abreisen, oder den Kollegen im Finale zuhören … An diesem Morgen haben wir, die Juroren, sogenannte Beratungsgespräche Weiterlesen… »

Schumann-Wettbewerb 2012 Zwickau (3)

Nun ist es fast geschafft: von den ausgewählten 21 Kandidaten für die 2. Runde haben bereits 14 gespeilt, die restlichen 7 werden heute spielen. Es zeigt sich - wie oft in Wettbewerben -, dass die Kandidaten, die noch in der 1. Runde so überzeugend auftraten, nun mit den großen Zyklen von Schumann ihre liebe Mühe haben. Was aber weitaus erschreckender ist Weiterlesen… »

Schumann-Wettbewerb 2012 Zwickau (2)

Liebe Schumann-Liebhaber,

Der zweite Tag der ersten Runde im klavierwettbewerb ist rum und es bleibt spannend. Vor allem, da man mehr und mehr feststellt, dass es für Schumann eigentlich keine festgefahrenen Hörgewohnheiten und Interpretationstraditionen zu geben scheint. Vielmehr ist er solch ein Solitär in der Entwicklung der Musik, dass man erstaunt ist, wie unterschiedlich die Les- und Interpretationsarten sein können. Bei den wieblichen Teilnehmerinnen dominieren deutlich die Asiatinnen (17 von 24 Teilnehmerinnen), bei den Herren (die restlichen 18 Kandidaten) ist die Herkunft wirklich international.
Die einzige Frage, die sich stellt: Kann man Schumann tatsächlich interpretieren, ohne das Hintergrundwissen seiner Lieblingsdichter, seiner Lieder, seiner Literaten der Romantik, seiner Lebensumstände und beständigen Kämpfe um irgendetwas? Weiterlesen… »

Schumann-Wettebwerb 2012 Zwickau

Liebe Leserinnen und Leser,

der Schumann-Wettbewerb hat Tradition. Bereits 1956 in Berlin installiert, wurde er 1963 erstmals in die Geburtsstadt von Robert Schumann verlegt, um seither in dreijährlichem und mittlerweile in vierjährigem Turnus stattzufinden. Zu Recht, denn diese viertgrößte Stadt in Sachsen ist nicht nur Geburtsort des großen Komponisten, sondern überhaupt in kultureller Hinsicht mit seinen 95.000 Einwohnern extrem aktiv. Weiterlesen… »

Klavierhersteller auf der Musikmesse Frankfurt 2012 (2)

Der erste Tag der Musikmesse lag gestern am späteren Abend hinter mir. Neben netten Gesprächen konnte man dann vor allem über die überarbeitete und verbesserte Serie der Shigeru Kawai-Flügel als echter Neuheit berichten. Das ist die handgearbeitete Flügelserie, die fünf Modelle umfasst und somit fast alle Bereiche abdeckt. Mit einem eigenen Raum konnte man die Instrumente auf der Messe anspielen, abends beim Empfang wurde ein Kammerkonzertflügelmodell dann von der erst 14-jährigen Armenierin Marie-Ange Sopiqoti-Nguci gespielt. Und das war schon faszinierend, nicht nur klanglich, sondern auch in Bezug auf diese Pianistin, die bereits am Conservatoire in Paris bei Nicholas Angelich studiert und mit Ligetis Etüde ?Automne à Varsovie?, Maurice Ravels ?Une Barque sur l?Océan? und Chopins ?Introduction et Rondo? bewies, welch unglaubliche Talent sie besitzt. Zudem hatte sie mit diesen Stücken Werke ausgesucht, die sie gesamt Bandbreite des Flügels zeigen kann.
Daneben hat Grotrian-Steinweg einen neune Konzertflügel vorgestellt, der nicht überarbeitet, sondern vollkommen neukonstruiert ist.
Was noch neu war: Nun, Fazioli zeigte sein 2000. Instrument auf der Messe. 1981 hatte er Paolo Fazioli das Unternehmen erst gegründet. Mittlerweile ist schon der Sohn von Paolo Fazioli im Unternehmen tätig und die Instrumente erfreuen sich immer mehr Fans. Natürlich ist man mittlerweile auch schon über der Nummer 2050 angelangt.

Doch man sieht, es sind zum Teil die kleinen Neuigkeiten, über die man berichten kann, die großen lassen noch auf sich warten.

Klavierhersteller auf der Musikmesse Frankfurt 2012 (1)

Weg nach Frankfurt auf die Musikmesse ? Seit über 25 Jahren besuche ich nun diese Musikmesse in Frankfurt. In dieser Zeit hat sich viel verändert ? auch für die Klavierhersteller. Waren diese früher kunterbunt in den Hallen zwischen Akkordeon-Ausstellern und Schlagzeug-Herstellern zu finden und hatten immer das Problem mit der Lautstärke, blieben sie als Konsequenz in einem Jahr geschlossen der Messe fern. Daraufhin erarbeitete man erstmals mit der Messegesellschaft den Plan für eine eigene Messehalle, einen Klaviersalon, ausschließlich für Hersteller von Klavieren und Flügeln. Der Zulauf seitens der Hersteller war groß, die Halle 6 war der erste Standort, dann wanderte man in die Halle 4 ? nur für ein Jahr. Bald war man recht fest in Halle 1 installiert.
Doch wiederum hatten die ökonomischen Zeiten sich wieder verändert: Firmenpleiten, Probleme beim Absatz von Instrumenten spiegelten sich auch in den angeglichenen (kleineren) Standflächen wider und im letztendlichen Fortbleiben von immer mehr Herstellern. So entwickelte man das Konzept eines zweijährigen Turnus ? nun bereits im Jahr 2012 zum 2. Mal ? Weiterlesen… »

Im Schloss vor Husum

Man lernt ja nie aus. Auch wenn das Festival ?Raritäten der Klaviermusik? im norddeutschen Husum in diesem Jahr bereits zum 25. Mal stattfand und wir in PIANONews immer wieder einmal darüber berichtet haben, bin ich dieses Mal das erste Mal dabei. Wenn man dies in Husum anderen Besuchern gegenüber zugibt, wird man mit ein wenig ungläubigem Gesicht angesehen. Denn als Chefredakteur des einzigen deutschen Klaviermagazins musste man wohl schon eher dort gewesen sein. Kaum ein Besucher, den man in Husum antrifft, ist erst einmal hier gewesen, einige sind glatt seit 25 Jahren dabei. Bemerkenswert. Aber verständlich, wenn man dieses Festival in der guten Luft an der Nordsee, kurz vor Sylt, erleben darf. Das Schloss vor Husum ist ein perfekter Rahmen, denn der Rittersaal bietet gerade einmal 170 Personen Platz. Zudem ist die Atmosphäre gemütlich, man kommt schnell ins Gespräch, mit Peter Froundjian, dem Gründer und künstlerischen Leiter des Festivals, sowie mit dem Klavierstimmer Thomas Hübsch oder einigen der Journalisten aus aller Welt, die sich hierher begeben. Und natürlich sind es auch die Pianisten und die besonderen Programme, die nach Husum locken. Roland Pöntinen, Artur Pizarro, Marc-André Hamelin, Danny Driver, Piers Lane du Jonathan Powell spielen Werke, die man eigentlich nicht kennt, oder von deren Existenz man gerade einmal weiß, aber die man noch nie live gehört hat.
Nach den Konzerten trifft ich das Publikum mit den aufgetretenen Pianisten und allen Organisatoren in ?Jacqueline?s Cafe? zu einem späten Abendessen ? und man hört an allen Tischen Gespräche vor allem über unbekannte Werke oder ehemalige Klavierkonzert-Erlebnisse.
Dieses Festival hat einen wirklich eigenen Charme und eine eigene Dynamik. Dass in diesem Jahr noch ein wunderbares Buch (erschienen in deutscher und englischer Sprache, s. unter www.staccato-verlag.de) erschienen ist, das diese Atmosphäre und die Erlebnisse der vergangenen 25 Jahre in Husum aus unterschiedlichen Sichtweisen beleuchtet, macht das diesjährige Festival zu einem noch spannenderen Erlebnis.
Nein, ich schäme mich nicht, dieses Festival erst jetzt für mich persönlich entdeckt zu haben, aber ich mus gestehen, dass ich wahrscheinlich trotz der nicht ganz unbeschwerlichen Anreise wieder kommen werde.

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