a723 PIANONews - Schumann-Wettbewerb 2012 Zwickau (2)

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Schumann-Wettbewerb 2012 Zwickau (2)

Liebe Schumann-Liebhaber,

Der zweite Tag der ersten Runde im klavierwettbewerb ist rum und es bleibt spannend. Vor allem, da man mehr und mehr feststellt, dass es für Schumann eigentlich keine festgefahrenen Hörgewohnheiten und Interpretationstraditionen zu geben scheint. Vielmehr ist er solch ein Solitär in der Entwicklung der Musik, dass man erstaunt ist, wie unterschiedlich die Les- und Interpretationsarten sein können. Bei den wieblichen Teilnehmerinnen dominieren deutlich die Asiatinnen (17 von 24 Teilnehmerinnen), bei den Herren (die restlichen 18 Kandidaten) ist die Herkunft wirklich international.
Die einzige Frage, die sich stellt: Kann man Schumann tatsächlich interpretieren, ohne das Hintergrundwissen seiner Lieblingsdichter, seiner Lieder, seiner Literaten der Romantik, seiner Lebensumstände und beständigen Kämpfe um irgendetwas? Das ist wohl der Schlüssel zu dem Verständnis, und genau daran hapert es bei etlichen Kandidaten, hat man den Eindruck. Zudem muss man seine Schriften und seine Briefe lesen, um die Persönlichkeit, die sich bei ihm vielleicht mehr als bei anderen Komponisten in seinen Werken widerspiegelt zu verstehen.
Noch stehen 20 Kandidaten zu hören bereit. Ich bleibe weiter guten Mutes, freue mich aber auch nach all den Fugen (Op. 72), den Etüden (Op. 3) und den ?Waldszenen? und ?Nachtstücken? auf die großen Zyklen in der zweiten Runde.

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