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unser Chefredakteur Carsten Dürer ist immer wieder unterwegs in Sachen Klavier und Pianisten. Auf seinen Reisen schreibt er hier immer wieder seine Gedanken nieder und berichtet von seinen Erlebnissen aktuell. Dabei können Sie auch direkt per Mail mit ihm in Kontakt treten und so einen aktuellen Austausch herbeiführen.

Liszt-Wettbewerb für junge Pianisten Weimar 2011 (1)

Den Reigen der Liszt-Wettbewerbe im Liszt-Jahr 2011 (200. Geburtstag des Komponisten) eröffnet der Franz-Liszt-Wettbewerb für junge Pianisten Weimar (zwei weitere werden in diesem Jahr mit dem Liszt-Wettbewerb für die ?Erwachsenen? ebenfalls in Weimar und in Utrecht). Es ist der dritte Wettbewerb für die jungen Tasten-Nachwuchstalente in Weimar. Und nachdem die Wettbewerbe 2005 und 2009 mit drei Alterskategorien bis inklusive 19 Jahre als oberste Begrenzung ausgetragen wurden, hatte man nun nur mehr Schüler bis 17 Jahren in zwei Kategorien zugelassen. Sehr sinnvoll.
Weimar ist kalt in diesem Tagen, aber sonnig. Und wen stört schon die Kälte, wenn man fast den ganzen Tag in der wunderbaren, einem Amphitheater ähnlichen Aula des Musikgymnasiums Belvedere den Bemühungen der jungen Klaviereleven lauschen kann. Nein, es stört nicht wirklich, da vor allem hinter den Pianisten durch ein großes Fenster die Sonne lacht. Überhaupt ist dieses ehemalige Schloss Belvedere genau der richtige Austragungsort für diesen Wettbewerb. Immerhin werden hier das gesamte Jahr über junge Schüler auch in Musik unterrichtet. Nachdem ich mit viel Glück ? trotz der Warnstreiks der Lokführer in Deutschland ? in Weimar angekommen bin, ging es direkt nach Belvedere zum Wettbewerb, wo gerade die Wertungskategorie für die Jüngsten in der zweiten Runde lief. Und gleich von Beginn war ich wieder einmal begeistert und bestürzt über das Können diese 11- und 12-Jährigen. Denn wenn man weiß, wie viele Stunden harter Arbeit allein zu solch einem Ergebnis führen kann, beschleicht einen das Gefühl des Mitleids eines verpassten Kindheit ? Aber so ist es nun einmal, für spätentwickelnde Musiker gibt es heute ? und gab es fast nie ? einen Platz im hart umkämpften Markt.
Ich freue mich alte Bekannte zu treffen, die dieses Mal in der Jury sitzen: Andrea Bonatta, der frühere künstlerische Leiter des Busoni-Wettbewerbs in Bozen, der heute eine wunderbare Klavierakademie zwei Mal im Jahr in Eppan in Südtirol veranstaltet und immer noch fleißig auftritt. Und auch Paul Pollei, Seele und Motor des Gina Bachauer-Wettbewerbs in Salt Lake City. Es ist immer wieder schön, wenn man auch Menschen trifft, die man schon lange kennt, wenn man alleine reist. Die Pausen der Wertungsspiele werden denn auch sogleich zum Austausch genutzt ? aber auch zum kurzen diskutieren, was man an den Vortragenden gut oder weniger gut fand. Und Andrea Bonatta sagt, was viele nicht mehr wahrnehmen: ?Die sind so gut, dass man vergisst, dass sie noch so jung sind.? Ja, diese Gefahr besteht, und man beginnt, Maßstäbe für erwachsene Pianisten anzulegen. Das darf nicht passieren.
Schauen wir einmal wie die weiteren Runden verlaufen, denn in diesem Jahr spielen die Finalisten erstmals mit dem Orchester des Gymnasiums Blevedere ?

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