
Jean-Bernard Pommier
Nachdenklicher Perfektionist:
Jean-Bernard Pommier
von Carsten Dürer
Der Name dieses französischen Pianisten ist den meisten Lesern wahrscheinlich mehr aus den 80er und dem Beginn der 90er Jahre geläufig. Doch Jean-Bernard Pommier ist immer noch da, ist einer der beachtlichsten Pianisten, die weltweit aktiv sind.
Und seine schon älteren Gesamteinspielungen aller Beethoven - Sonaten und aller Mozart-Sonaten und -Konzerte können auch heute noch als Referenzeinspielungen gelten, die besonders die Hörer begeistern, für die das Werk mehr im Vordergrund steht als der Pianist. Pommier ist ein ernsthafter, aber ein zurückhaltender Künstler, einer, für den das Werk des Komponisten, der Notentext wichtiger ist als ganz persönliche, vordergründige Ansichten. Die Aussagekraft kommt bei ihm aus der langjährigen Beschäftigung mit den einzelnen Werken. Und damit ist er einer der Pianisten, die die Ideen einer fast vergangenen Pianistengeneration aufrechterhalten und ihnen folgen.
Wir trafen den heute 64-jährigen, aber immer noch jugendlich wirkenden Jean-Bernard Pommier in Amsterdam, einem seiner drei Wohnorte: Er ist mit einer russischen Geigerin verheiratet und hat daher mit ihr eine Wohnung in St. Petersburg und natürlich auch in Béziers, seinem Geburtsort. Es entspann sich ein spannendes Gespräch über die Ansichten über Musik im Allgemeinen, über die Art, wie man empfinden muss, um die Musik auf ein Publikum zu transportieren, was man beachten sollte, um ein Werk immer wieder so faszinierend erklingen zu lassen, als würde es soeben das erste Mal vom Interpreten gespielt.
Jean-Bernard Pommier ist in Deutschland heutzutage nicht so präsent, wie man es vielleicht wünschen würde. Seine frühen Einspielungen bei Virgin Classics mit Werken von Debussy, aller Chopin-Walzer, seine Kompletteinspielung der Beethoven-Sonaten, die bis in die 90er Jahre andauerte, ließen ihn mehr präsent sein, nicht nur in den Medien, sondern auch im Konzertsaal. Seine intensivste Zusammenarbeit in Deutschland reicht allerdings in die Karajan-Ära zurück, zu dem er einen engen Kontakt hielt.
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