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Liebe Klavierlieberinnen und Klavierliebhaber,
erst einmal möchte ich Ihnen allen noch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Neues Jahr 2010 wünschen, und zwar eines, das hoffentlich mit vielen neuen Inspirationen im bereich der Klaviermusik und ihrer Interpreten gewürzt ist.
Die Wettbewerbs- und die Jubiläums-Hysterie für die Klavierfreunde wird in diesem Jahr wahrscheinlich einen unglaublichen Peak erreichen. Da sind auf der einen Seite gleich zwei der großen Wettbewerbe, der Chopin-Wettbewerb in Warschau, dessen Gewinner bislang fast schon obligatorisch Karriere zu machen scheint. Und auch der Königin Elisabeth-Wettbewerb ist einer der ganz großen Leistungs-Vergleiche, bei dem die Kandidaten besonderen Anforderungen unterworfen werden. Und dann sind da noch die zahllosen anderen ebenfalls renommierten Klavierwettbewerbe in Italien (bspw. Casagrande), in Deutschland (bspw. Ettlingen oder Schubert), in China (Internationaler in Xiamen) oder in Frankreich (bspw. Francis Poulenc) ...
Doch all diese Wettbewerbe, die ja doch in jedem Jahr zahllose Gewinner hervorbringen, die sich dann auf den Podien der Welt versuchen ein Plätzchen zu erspielen, wird in diesem Jahr die Jubiläums-Hysterie starten – wieder einmal. Sind wir doch ehrlich: Früher erinnerten wir uns noch ausgiebig an die besonderen Jubiläums-Jahre, in denen ein Komponist ausgiebig mit Festivals oder Neueinspielungen von Schallplatten gefeiert wurde. Beethoven oder Mozart. Heutzutage fällt den Veranstaltern, den CD-Labels und allen anderen im Musikbetrieb befindlichen Agitatoren nichts anderes mehr ein, als auch wirklich alles auf diese Jubiläen auszurichten, in jedem Jahr für einen anderen Komponisten. Andere Jubilare fallen dabei leicht unter den Tisch – aber wen stört das schon. Die Presse macht da fleißig mit, da auch dieser nichts anderes einfällt.
Und in diesem Jahr gilt es gleich zwei Komponisten zu Ehren, die ihren 200. Geburtstag gefeiert hätten: Robert Schumann und Frédéric Chopin. Mit beiden haben wir zwei Pianisten-Komponisten vor uns, deren Wirkungsfeld für das Klavier ausgesprochen wegweisend und gewaltig war. Momentan noch stürzt sich alle Klavierwelt auf Chopin. Bleibt zu hoffen, dass dabei nicht solch ein wichtiger und bedeutender Komponist wie Robert Schumann fast vergessen wird. Natürlich ist es einfacher die Werke von Chopin anzuhören, sie zu genießen, sie vielleicht auch ein bisschen verklärt zu betrachten. Doch so einfach und so einseitig darf Chopin nicht gesehen werden, wenn auch momentan anscheinend vor allem die jungen weiblichen Pianistinnen sich auf Chopin stürzen. Man wird sehen, ob dies auch im Chopin-Wettbewerb dieses Jahr einen Effekt hat.
Natürlich wird auch PIANONews sich nicht vor den Neuveröffentlichungen verschließen, wird das Chopin-Schumann-Jahr begleiten. Aber muss dies in den von der Industrieseite angefragten Sonderausgaben sein? Wir denken: Nein! Denn die Welt rund um das Klavier ist zu bunt und vielfältig, als dass man eine ganze Ausgabe auch nur einem Komponisten widmen könnte. So werden sich die beiden Jubilare wie ein roter Faden durch die Ausgaben dieses Jahres ziehen – was eigentlich wie immer ist, denn diese Komponisten sind einfach wichtig, aber nicht mehr als andere!
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