Liebe Klavierenthusiastinnen und -enthusiasten,

schauen Sie, wenn Sie eine CD einlegen, auch manches Mal in das Impressum, um zu erfahren, wo, wann und auf welchem Instrument die Klavieraufnahme entstanden ist? Fragen Sie sich in solchen Momenten nicht auch einmal, wie es da wohl aussieht, wo man die Aufnahme vorgenommen hat? Nun, es gibt sogenannte Studio-Aufnahmen und Live-Aufnahmen. Doch worin unterscheiden die sich eigentlich? In der heutigen Welt der Digital-Technik sollte man sich nicht zu viel Hoffnung machen, dass es wirklich noch Live-Einspielungen gibt. Warum? Nun, heutzutage sind es die Hörer wie die Künstler gewohnt, dass es keine Fehler auf einem Tonträger gibt, weder in pianistisch-technischer Hinsicht noch im Bereich der Interpretation. Daher wird „nachproduziert“. Das bedeutet, dass in der Regel (und selbst oftmals bei später als live gesendeten Rundfunkaufnahmen) nach einer Aufführung und nachdem das Publikum den Saal verlassen hat, die Stellen, die dem Künstler nicht perfekt genug vorkamen, korrigiert werden. Dass der Klang anders sein könnte, als mit Publikum im Saal, lässt sich mit den heutigen technischen Möglichkeiten leicht korrigieren.

Ist das schlimm? Auf der einen Seite vielleicht schon, da dieselben Mittel angewendet werden, die auch bei Studio-Aufnahmen zum Tragen kommen: Schnitte. Auf der anderen Seite aber durchaus verständlich, denn schnell wird abgeurteilt, dass ein Künstler nicht perfekt genug spielt, wenn Fehler hörbar sind. Das verzeiht man in der Regel auf >Tonträgern nur den großen Namen früherer Tage.

Wenn im Studio zahllose Takes von einer Phrase aufgenommen werden, um diese dann später in einen Durchlauf eines Stücks einzufügen, ist das auch nicht verwerflich. Immerhin ist das Medium „Aufnahme“ zu einem Kunstprodukt für die Ewigkeit geworden: Der Künstler will eine Momentaufnahme seiner Sichtweise auf ein oder mehrere Werke hinterlassen. Und heutzutage wird keine Aufnahme wirklich vergessen, sie ist in der digitalen Welt für immer verfügbar. Da versteht es sich von selbst, dass der Aufnehmende will, dass alles perfekt ist.

Und dennoch gibt es dann die Momente, in denen man in historische Aufnahmen zur Hand nimmt, bei denen das Publikum hustet, in denen man die Atmosphäre des Konzerts „miterlebt“. Das ist so mitreißend, dass man sich in diesen Moment des Konzerts hineinversetzt fühlt. Heutzutage kann dies nur noch im Saal selbst erlebt werden, nicht aber auf einem Tonträger. Diese beiden Welten haben sich auseinandergelebt – das ist schade aber verständlich zugleich.

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